Hier findest du klassische Rezepte aus der deutschen Küche. Hast du schon mal veganen Kartoffelpuffer probiert? Falls nicht, dann solltest du unbedingt dieses Rezept testen. Diese veganen Reibekuchen sind kinderleicht zuzubereiten und schmecken unglaublich gut.

Was ist ein veganer Kartoffelpuffer?

Der vegane Kartoffelpuffer wird auch Reibekuchen genannt und er ist ein beliebtes Pfannengericht der Deutschen. Original besteht er aus geriebenen Kartoffeln und weiteren Zutaten wie Eiern und Zwiebeln. In vielen osteuropäischen Ländern ist der Kartoffelpuffer weit verbreitet.

Ein Reibekuchen ist ein in heißem Fett von beiden Seiten gebratener Teigfladen, der aus rohen Kartoffeln hergestellt wird.

Wer jetzt stutzt und sagt: „Aber Moment mal, das heißt doch …“, dem sei gesagt: Auch das ist richtig.

Die deutsche Spezialität hat so viele Namen wie Regionen: Im Nordosten nennt man sie in der Regel Kartoffelkuchen, in Bayern Reiberdatschis oder Täschlis. In Mitteldeutschland bestellt man sich Puffer oder Kartoffelpuffer und im Rheinland schließlich backt man Reibekuchen.

Genauer gesagt hat es so viele verschiedene Namen, dass die Reibekuchen (und die Kartoffelpuffer und die Backes und, und, und…) es bis in Heinz Küppers Illustriertes Lexikon der deutschen Umgangssprache (1984) geschafft haben.

Dort finden sich auch weitere regionale Schätze wie Krumberkiechelcher (Saarland) oder Klitscher (Erzgebirge).

Der Name „Puffer“ beschreibt übrigens das Aufgehen des Teiges beim Backen, das „Puffen“.

Woher stammen vegane Kartoffelpuffer?

Vegane Kartoffelpuffer stammen aus der deutschsprachigen Küche, also aus Deutschland, Österreich und Böhmen – kein Wunder also, dass wir alle Omas Reibekuchen als erstes im Kopf haben.

Sie haben aber den Einzug in andere europäische Länder und ihre Küchen gehalten. Vor allem die osteuropäische Küche hat die Puffer übernommen und bezeichnet sie als „Latkes“. In Amerika sind sie als „hash browns“ ein weit verbreitetes Frühstück.

Die Schweiz hat mit ihren Röstis eine eigene Variante, die sogar ohne Ei und Mehl auskommt und somit praktisch der Vorläufer der veganen Kartoffelpuffer ist.

In Spanien und Portugal hat neben dem Rezept auch der Namen Einzug gehalten: Auch dort heißen die Fladen „Reibekuchen“.

Das Grundrezept für Reibekuchen und Varianten

Kartoffelpuffer stammen aus der Küchenkategorie „Schnell & einfach“.

Das Grundrezept für Reibekuchen ist:

  • 1g geschälte Kartoffeln (vorwiegende festkochend)
  • 2-3 Eier
  • Öl oder Butter zum Anbraten
  • 1 Prise Salz
  • 4 EL Mehl

Je nach Geschmack kann noch eine Zwiebel, etwas Muskatnuss oder etwas Pfeffer hinzugegeben werden.

Die Arbeitsschritte gehen flott von der Hand:

  1. Kartoffeln waschen und reiben.

Je feiner die Reibe, desto wässriger wird der entstehende Teig – und je wässriger der Teig, desto weniger knusprig die Reibekuchen. Unter Umständen sollte man daher über einem Sieb arbeiten, um die Kartoffelriebe abtropfen zu lassen. Es gilt aber auch: Je mehr Wasser die Kartoffeln behalten, desto stärker wird der Geschmack der Reibekuchen.

  1. Eier, Salz und Mehl hinzugeben.

Das Mehl bindet die wässrigen Kartoffeln und kann daher bei sehr grober Reibung auch weggelassen werden. 1 EL Backpuvler macht den Teig luftiger und eignet sich besonders gut bei feiner Reibung.

  1. Öl oder Butter in einer Pfanne erhitzen und den Teig mit einem großen Löffel hineingießen.

Sofort die Teigfladen flach drücken und die entstehenden Puffer 4-6 Minuten bei mittlerer Hitze knusprig braten, nach 3 Minuten einmal wenden.

Das Motto ist: Viel hilft viel. Es sollte um die 300 ml Öl verwendet werden. Die Reibekuchen-Bratlinge sollten im Öl oder der Butter schwimmen können.

Welche Varianten von Kartoffelpuffer gibt es?

Im Grunde ist der Ideenvielfalt keine Grenze gesetzt.

Soll es mehr in die herzhafte Richtung gehen, verleihen Gewürze Geschmack und Schärfe. Chiliflocken und Pfeffer geben der Sache etwas Pfiff, Kräuter geben einen intensiven Zusatz.

Aber auch süße Reibekuchen sind das Ausprobieren wert. Etwas Zucker, Vanillearoma oder geriebene Zitronen- oder Orangenschale geben den Reibekuchen eine ganz eigene Note.

Wie bleibt der Teig weiß

Der Teig sollte immer sofort verbraucht werden, da er innerhalb von 1 bis 2 Stunden durch die Kartoffeln eine braune Färbung annimmt. Zudem schmecken die Reibekuchen besser, je frischer der Teig ist.

Wer aus organisatorischen Gründen den Teig länger stehen lassen muss, der kann Magerquark oder Joghurt dem Teig hinzufügen. Die Flüssigkeit sollte aber vor Verarbeitung mit etwas Bindemittel wie Mehl oder Haferflocken wieder ausgeglichen werden.

Häufig wird empfohlen, die geriebenen Kartoffeln mit Olivenöl zu bestreichen oder in kaltes Wasser mit einem Schuss Essig oder Zitronensaft zu tauchen.

Wie mache ich vegane Kartoffelpuffer?

Um vegane Kartoffelpuffer zu backen, braucht man in der Grundvariante nur einen Ersatz für das Ei und sollte Öl statt Butter für das Ausbacken nutzen. Milchprodukte als Teigweißer fallen zudem weg, die meisten Ersatzprodukte sind jedoch nicht für diesen Einsatz geeignet. Für vegane Reibekuchen sollte also als Teigweißer auf Alternativen zurückgegriffen werden.

Die Frage, womit die Eier ersetzt werden, ist jedoch tricky und orientiert sich an der Frage, in welche Geschmacksrichtung sich die veganen Puffer bewegen sollen.

Der verlässliche Klassiker

Für das reine Grundrezept bietet sich natürlich Kartoffelstärke an. Dadurch verändert sich der Geschmack nicht und die angebrochene Packung findet in vielen anderen veganen Rezepten weiter Verwendung.

Wer richtig „hands on“ backen will und quasi wie Oma vegane Reibekuchen machen will, kann auch das von den geriebenen Kartoffeln abgetropfte, stärkehaltige Wasser nutzen. Aber Achtung: Durch die zusätzliche Flüssigkeit braucht Ihr dann noch ein weiteres Bindemittel, also zum Beispiel mehr Mehl oder Haferflocken.

Hat da jemand Haferflocken gesagt? Auch zarte Haferflocken sind ein klasse Bindemittel für Eure veganen Reibekuchen, zudem sehr gesund, und das Mehl könnt ihr damit auch gleich ersetzen. Die Faustregel sind 3-4 EL pro ersetztem Ei. Sie sollten vorher aber eingeweicht werden – auch hierfür könnt Ihr das Kartoffelwasser nutzen.

Wer sich in der veganen Küche bereits heimisch fühlt, hat meistens auch schon Veganes Ei-Ersatzpulver im Küchenschrank. In der Regel ist die Mischung 1 TL Ei-Ersatzpulver und 2 EL Wasser pro ersetztem Ei. Je nach Hersteller kann das aber auch variieren, also guckt unbedingt auf die Angaben auf der Verpackung.

Die richtige Würze

Wenn es etwas herzhafter werden soll, bietet sich Tomatenmark an. 1-2 EL ersetzen ein Ei. Der Clou: Sie geben den veganen Puffern eine braun-rötliche Färbung, die übliche Rezepte für Reibekuchen oder Kartoffelpuffer nicht erreichen. Zudem verändern sie den Geschmack kaum, passen aber toll zu Kräutern und Gewürzen.

Ebenfalls die Farbe und kaum den Geschmack verändert Kurkuma. Das Ingwergewächs könnt Ihr als Pulver oder auch frisch verarbeiten. Es sollte aber sparsam verwendet werden, denn die gelbe Färbung ist sehr intensiv.

Süße Versuchung

Die Banane ist der Hit in der veganen Küche und somit auch für vegane Kartoffelpuffer. Sie gibt den typischen Banenengeschmack mit und erzeugt daher eine angenehme Süße. Dazu Apfelkompott reichen und eines Tages werden eure Enkel sagen: „Omas vegane Reibekuchen sind die besten.“

Einen etwas anderen Geschmack gibt auch Nussmus ab. Süß und nussig muss man in Kombination mit Kartoffeln aber mögen – probiert es am Besten mal aus und schreibt mir, wie für euch diese Variante passt.

Kartoffelpuffer
veganer reibekäse

Zutaten für unseren veganen Reibekäse

  • 4-5 Kartoffeln
  • 1 Zwiebel
  • 80g Kichererbsenmehl

Wie mache ich glutenfreie Reibekuchen?

Glutenfreie Reibekuchen sind noch viel einfacher als vegane Reibekuchen: Das Weizenmehl, das ohnehin nur als Bindemittel fungiert, fliegt einfach raus oder wird durch glutenfreies Mehl ersetzt.

Wie bei den veganen Reibekuchen können im Prinzip Haferflocken auch das Mehl ersetzen. Dabei ist aber unbedingt darauf zu achten, dass die Verpackung den Hafer deutlich als glutenfrei kennzeichnet. Denn bei der Verpackung des Hafers kann es zu Kontakt mit glutenhaltigen Mehlen kommen.

Wer mit einer Zöliakie, also einer Glutenunverträglichkeit lebt, sollte daher sicherheitshalber auf z.B. Reismehl, Soja oder Hirsemehl zurückgreifen. Kichererbsenmehl ist ebenfalls glutenfrei, gibt aber einen starken Eigengeschmack an die Puffer ab und ist daher nur was für Kichererbsenfans.

Wer sich lediglich glutenfrei ernähren möchte, kann das Rezept für vegane und glutenarme Kartoffelpuffer vermischen und Haferflocken verwenden.

Welche Nährwerte hat ein Reibekuchen und wie viel Kalorien?

Die genauen Nährwerte hängen natürlich von Deinen Zusätzen zum Grundteig ab.

Als Basis könnt Ihr von Folgendem ausgehen:

Reibekuchen

Angaben für 100g

Kalorien

947 kJ / 222 kcal

Eiweiss

3g

Kohlenhydrate

27g

Fett

11g

Ballaststoffe

0g

Da der Klassiker für Reibekuchen Apfelmus ist, könnt Ihr folgende Nährwerte hinzufügen:

Apfelmus

Angaben für 100g

Kalorien

328 kJ / 79 kcal

Eiweiss

0,3g

Kohlenhydrate

19,2g

Fett

0,4g

Ballaststoffe

1,4g

 

Welche Beilagen gibt es für Reibekuchen?

Die gute Nachricht: Vegane Reibekuchen schmecken mit fast allem.

Besonders beliebt ist die Variante mit selbstgemachtem Apfelkompott. So schmeckt es wirklich wie Omas vegane Reibekuchen!

Dafür 500g Äpfel schälen, entkernen und würfeln und in einem Topf mit 150 ml Wasser, 4 TL Zucker und 1 Prise Zimt aufkochen. Hitze reduzieren und 10 Minuten köcheln lassen, dabei die Apfelwürfel mit Hilfe einer Gabel zerdrücken. Abkühlen lassen und mit etwas Extra Zucker und Zimt vermischt servieren.

Auch dieses Rezept ist vegan und daher super für Eure veganen Reibekuchen geeignet.

Ein paar weitere Ideen für Euch:

Süß:

  • Rote Grütze
  • Zimt & Zucker
  • karamellisiertes Obst
  • dünne Melonenscheiben
  • Zuckerrübensirup
  • Schokoladensoße

Herzhaft:

  • Räucherlachs
  • Nordseekrabbensalat
  • Kräuterquark
  • Sauerkraut


Wie bereite ich Reibekuchen zu – Backofen vs. Pfanne?

Traditionell werden Kartoffelpuffer in der Pfanne angebraten, mit viel Butter für viel Geschmack.

Wer es jedoch nicht so fettig mag, für den bietet der Backofen eine Alternative. Es hat den angenehmen Nebeneffekt, dass die veganen Puffer deutlich kalorienärmer sind und zudem der Fettgeruch nicht so stark in der Luft hängt.

Beim Anbraten kommen allerdings die Röstaromen stärker zum Vorschein, weswegen viele die Backofen-Reibekuchen als ihnen zu geschmacklos ablehnen.

Wie immer gilt: Richtig ist, was schmeckt. Am besten probiert man beides aus und entscheidet selbst. Schließlich schmecken vegane Reibekuchen nicht nur einmal im Jahr!

Der Teig unterscheidet sich nicht von der Pfannenvariante. Die Zubereitung geht auch schnell von der Hand:

  1. Backofen vorheizen
  2. Backpapier auf dem Backblech mit etwas Öl bestreichen, damit die Kartoffelpuffer nicht festkleben
  3. auf dem Backblech mit dem Teig ca handgroße Teller formen
  4. bei 180 Grad und Umluft für ca 15 Minuten backen, bis die veganen Reibekuchen an den Rändern leicht goldbraun werden
  5. Reibekuchen wenden und nochmal 15 Minuten backen, bis sie goldbraun sind

Kann ich Kartoffelpuffer in der Mikrowelle machen?

Gerade in kleinen Wohnungen, in denen der Fettgeruch der Pfanne schier niemals zu verschwinden droht, ist die Versuchung groß, die Reibekuchen in der Mikrowelle zu backen oder am Folgetag aufzuwärmen.

Jedoch ist das Ergebnis meist enttäuschend. Die Knusprigkeit verschwindet und zurück bleibt ein eher matschiger, labbriger Fladen mit wenig Geschmack. Zwar gibt es aufwändige, hochspezialisierte Grill-Einsätze für Mikrowellen, die diesen Effekt abfangen, diese sind aber in den wenigsten Küchen zu finden.

Daher ist ratsam, vegane Reibekuchen bestenfalls in der Mikrowelle aufzutauen, den Backprozess aber in der Pfanne oder im Backofen zu belassen.

Wie lange sind Reibekuchen haltbar?

Der Teig für vegane Reibekuchen sollte unmittelbar verbraucht und nicht aufbewahrt werden.

Frisch gebacken halten sich Kartoffelpuffer bis zu 2 Tage lang frisch, wenn sie kühl gelagert werden. Für eine längere Haltbarkeit können sie aber unproblematisch eingefroren und wieder aufgetaut werden.


Wie bereitet man Reibekuchen mit dem Thermomix zu?

Natürlich kann der Reibekuchenteig auch mit dem Thermomix in Sekunden herbeigezaubert werden – die lästige Reibearbeit ist damit Geschichte.

Dafür müssen nur die geschälten Kartoffeln und gegebenfalls die Zweibeln in den Mixtopf und für 5-10 Sekunden auf Stufe 5 zerkleinert werden. Hier gilt: Je länger die „Hackzeit“, desto feiner die Reibung.

Danach kommen das Mehl und die Eier oder die entsprechenden Ersatzprodukte hinzu. Den Thermomix auf Stufe 3 stellen und 30 Sekunden verrühren lassen – voilá!

Die Zubereitung erfolgt weiterhin in der Pfanne oder dem Backofen.

Wie bekomme ich den Fettgeruch von aus der Wohnung?

Fettgeruch aus der Küche ist bei niemandem beliebt – bis hin zu den Nachbarn.

Statt auf Reibekuchen zu verzichten kann man aber aktiv gegen den Fettgeruch angehen. Omas Hausrezept dafür ist die Essig-Duftbombe: Ein Glas Wasser und 1 EL Essig aufkochen und ein paar Minuten köcheln lassen. Das neutralisiert den Fettgeruch.

Wer möchte, kann Rosmarin, Zitrone oder Zimtstange zum Essig zugeben, um nicht nur den Fettgeruch loszuwerden, sondern zusätzlich einen angenehmen Duft in der Wohnung zu verbreiten.

In modernen Küchen finden sich außerdem oft Edelstahlseifen. Diese entfernen nicht nur den Geruch an Händen, sondern auch in der Luft. Dafür legt man sie in ein Schälchen mit Wasser und lässt sie in Ruhe arbeiten. Diese Methode dauert allerdings wesentlich länger und ist somit vor allem für eine Entfernung über Nacht geeignet.

Für sehr kurzfristige Hilfe sorgen Dufterfrischer. Diese übertönen den Geruch aber in der Regel nur, sodass der Fettgeruch nach Abklingen nur etwas abgeschwächt ist.

Zum Schluss: Alle Methoden sind am wirkungsvollsten, wenn während des Zubereitens und die Minuten danach ein offenes Küchenfenster für gute Durchlüftung sorgt. Bei winterlichen Temperaturen sollte wenigstens ein kurzes Stoßlüften während oder kurz nach dem Zubereiten erfolgen.

Die vegane Variante des Kartoffelpuffer ist auf jeden Fall ein Erlebnis. Sie sind ziemlich schnell zubereitet und schmecken einfach klasse.

Schritt für Schritt Anleitung

Schritt 1

Zuerst die Kartoffeln und die Zwiebel mit einer Reibe klein reiben und mit Kichererbsenmehl vermengen.

Schritt 2

Anschließend würzen und auf ein Backblech in kleine Kleckse formen.

Schritt 3

Im Backofen bei 180 Grad ca. 20min backen lassen.

Schritt 4

Kartoffelpuffer mit Apfelmus anrichten
Sie passen aber auch gut als Beilage zu anderen Gerichten, sie beispielsweise meine vegetarischen Kohlrouladen